Biodiversität



Neue Lösungen durch alte Vielfalt

Lange Zeit war Biodiversität vor allem ein Thema für den Naturschutz. Inzwischen gilt Artenvielfalt als schützenswertes Gut der ganzen Gesellschaft mit einem handfesten praktischen Wert. Die Evolution hat nämlich eine Vielfalt nachhaltiger Problemlösungen entwickelt. Diese Vielfalt können wir nutzen, um der Landwirtschaft neue Wege zu erschließen, die nachhaltig sind. Für den Weinbau sin die wilden Verwandten unserer Weinrebe von besonderem Interesse und haben hier einiges zu bieten. Wilde Rebarten aus Nordamerika besitzen z.B. eine natürliche Immunität, gegen den Falschen Mehltau. Durch jahrzehntelange züchterische Arbeit ist es gelungen, diese natürliche Immunität in unsere Kulturrebe einzuführen, den eher unangenehme Geschmack dieser Wildreben (den sogenannten „Fuchston“) jedoch außen vor zu lassen.

Aber: die Natur schläft nicht – schon gibt es erste Stämme des Falschen Mehltaus, die auf solchen Reben gedeihen können und drohen, das mühsam Erreichte wieder zunichte zu machen. Wir dürfen also nicht ruhen, sondern müssen neue Wegen suchen. Neben den genetischen Ressourcen der wilden Reben aus Übersee gibt es auch bei unserer fast ausgestorbenen heimischen Wildrebe, Vitis sylvestris, noch einige Schätze zu bergen. Neben einer Immunität gegen Falschen und Echten Mehltau finden sich hier auch einzelne Wildreben, die sich gegen die neu aufgetretenen Krankheiten Schwarzfäule und Esca zu behaupten wissen.

Um hier im Wettlauf mit den Krankheitserregern Zeit zu gewinnen, kommen heute in der klassischen Züchtung die neuesten Erkenntnisse der Molekularbiologie zum Einsatz. Mit genetischen Markern und molekularen Techniken ist es möglich unter den Nachkommen einer Kreuzung schon im Sämlingsstadium die vielversprechendsten Kandidaten herauszusuchen und dadurch wertvolle Zeit zu sparen.

 

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